Nieder mit den Mauern!

Sicherheit… Bequemlichkeit… Missverständnisse… vorgefertigte Meinungen… Doktrine… Traditionen… Erwartungen… Kopfkino… Anpassungsdrang… Anerkennungswunsch…

All das und noch so vieles mehr veranlasst Menschen so viele verschiedene Masken Sekunde für Sekunde, Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag, ja, vielleicht auch ein Leben lang zu tragen um so zu sein und zu funktionieren wie sie denken dass es von ihnen erwartet wird oder eben sein müssten.

So viel Taubheit, Ketten, Mauern, Zwänge, Depersonalisierung… So viele psychosomatische Störungen, Depressionen, Burn-outs… So viele Fragen… So viel Leid.

Es ist der reinste Wahnsinn!

Ehrlichkeit ist verpönt. Dauernd höre ich „sei nett“. Ja bin ich doch! Welch grösseres Geschenk und Vertrauensbeweis kann ich meinem Gegenüber machen als ehrlich,  authentisch und offenherzig zu sein und der Person auch „zutrauen“ damit umzugehen? Wenn ich merke dass ich das nicht so kann, oder es verletzend werden würde, oder falsch aufgefasst werden könnte, naja, dann schweige ich lieber oder wende mich ab als jemandem etwas vorzumachen.

Materieller Besitz wird als das „(Mensch)Sein“ gleichgestellt. Ich musste erst all mein gesammeltes Zeug loslassen, ehe ich zu mir fand. Viele Brandopfer setzen z. B. den Verlust ihrer Habseligkeiten mit der Auslöschung ihrer Identität gleich. Aktuell ging es um Kellerüberflutungen, da ich mein Keller in dem ausschliesslich Zeug von meinen Nachbarn drin ist, zu überprüfen ob der trocken geblieben ist. Die erste, einzige und wichtigste Frage war: Was ist mit deinen Sachen – Fotos?? Es ist interessant dass bei Bränden meistens Fotoalben zuerst gerettet werden. Wer braucht schon aktuelle notwendige Dokumente, wenn wir vergilbte Bilder auf denen wir 1984 Eis schlemmend wie ein Vollhorst in die Kamera schauen? Sei alles dahin gestellt, vielleicht ist es Menschen mehr wert, als sich jetzt gerade auszuweisen oder so. Wir wollen so viele Momente festhalten, an ihnen klammern, in ihnen schwelgen, sie immer wieder „erleben“… und verpassen dabei das ganze Leben, das was IST, die einzigen Momente die exitieren und die wir nie wieder zurückbekommen werden – all das im Hier und Jetzt.

Demut, Vertrauen, Positivität, Offenheit, Herzlichkeit, Güte, Freude, eine gewisse Naivität im Sinne von wenn ein Mensch nicht gleich vom schlimmsten ausgeht… werden direkt als Schwäche abgestempelt. Als Eigenschaften die keinen „weiterbringen“ oder überflüssig sind. Verhaltensweisen für Weicheier, verkappte Hippies, sonstige Träumer und Versager.

Status, Geld, Macht, Egobratzen-Dasein, Arroganz, Besitz, Dominanz, „Stärke“ wird verherrlicht und gilt als erstrebenswert.

Je mehr du deine Mauern langsam runterreisst, je menschlicher du wirst, ehrlicher zu dir selbst, authentischer… desto verletzlicher wirst du auch. Ich bin überzeugt davon dass wahre Intimität und Liebe erst dann entstehen können – wenn wir uns an die Arbeit machen und die Masken langsam fallen lassen. Bis dahin ist es sowas wie ein Tauschgeschäft. Auch wenn das eine riesen Angst auslöst, sich seine Verletzbarkeit klar zu machen und vor allem auch offen zu zeigen. Du eher in Panik die Flucht ergreifen willst und in dem Moment doch lieber einen blöden Spruch loslässt obwohl du das doch nicht wolltest… und immer wieder üben darfst… Herrlich!

Letztendlich bleibt mir nur noch Herrn da Vinci zu zitieren: Liebe siegt über alles!

Möge die Macht mit euch sein ❤

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3 Gedanken zu “Nieder mit den Mauern!

  1. Ein wundervolles Zitat! Das mit den Fotoalben finde ich sehr interessant und ich muss ehrlich sein, dass ich das als Mama zum Teil nachvollziehen kann. Dokumente sind ersetzbar. Kinder sind für die Eltern immer so alt wie sie gerade sind. Es ist total schön zurückzuschauen und sich zu erinnern, besonders gemeinsam mit den Kindern. Alle Fotos weg – da wäre ich traurig – sehr sogar. Tausende Fotos braucht aber auch niemand und was ich ganz schlimm finde ist wenn die Eltern bei Aufführungen ihrer Kinder anstatt den Augenblick zu genießen ständig Videos oder Fotos machen. Ein Foto und die ungeteilte Aufmerksamkeit in diesem Moment ist mein Weg. Wenn ich in zehn Jahren dann das Foto vom ersten HipHop Autritt meiner Tochter betrachte, macht mich das bestimmt sehr glücklich (ich bekomme schon eine Gänsehaut wenn ich nur daran denke) Der Augenblick ist alles was wir haben, aber wir sind fähig in die Vergangenheit zu schauen. Das ist meiner Meinung nach oft von großem Nutzen in vielerlei Hinsicht. Alles Liebe für dich! Möge die Macht mir dir sein ❤

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    1. Danke! Da bin ich absolut bei dir 😀 Finde ich auch einfach nur schön liebe Menschen und Momente aus der Vergangenheit zu betrachten ohne darin stecken zu bleiben und es ist toll Momente festzuhalten… Aber wie du sagst, oft ist es oft eine Obsession den Moment nur einfangen zu wollen ohne ihn wirklich zu er-leben nur um etwas „spannendes“ zu posten oder zu hüten. Daher finde ich das super wie du das handhabst. Mehr davon 😉 Alles liebe und die Macht ist mit uns ❤ LG, Feraye

      Gefällt 2 Personen

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