Wenn die Vergangenheit anklopft – oder vergeben und loslassen

Gestern habe ich einen interessanten Film gesehen und es hat mich inspiriert…: Welcome to happiness.

Nur kurz: Woody hat eine magische Tür in seinem Kleiderschrank in die Leute sozusagen hereingerufen werden und darin verschwinden. Er denkt dass die Menschen ihre Vergangenheit verändern können und den Grossteil von dem Film weiss niemand was da eigentlich passiert, was ihn sehr frustriert, weil er selbst ein Ereignis aus seiner Vergangenheit ändern will und nicht reingerufen wird…

Achtung, Spoiler Alarm!

Wir tendieren ja dazu, uns schuldig zu fühlen, ein schlechtes Gewissen zu haben, uns fertig zu machen, Gedanken wie „was wäre wenn“ in Endlosschleife kreisen zu lassen bis wir von aussen eine Art Absolution erhalten. Sei es, dass uns jemand tatsächlich verzeiht (oder zumindest die Wörter ausspricht), oder sagt dass das doch nicht so schlimm ist etc. pp. Dann haben wir irgendwie das Gefühl dass wir (vielleicht auch tatsächlich irgendwann) damit abschliessen können.

Ereignisse aus der Vergangenheit, die uns nicht mehr loslassen – besser gesagt, die wir (noch) nicht loslassen möchten. Ereignisse, die wir uns selbst (noch) nicht verzeihen möchten. Ereignisse, die wir anderen (noch) nicht vergeben möchten. Ereignisse, die wir (noch) nicht akzeptieren möchten…

Fakt ist, du kannst dir nur selbst verzeihen. Basta. Ob die andere Person dir verzeiht oder nicht, ist nicht dein Problem und tut absolut nichts zur Sache. Vielleicht lässt es dich besser fühlen oder macht es etwas einfacher für dich (hallo Ego), aber es ist nicht entscheidend für deinen eigenen Seelenfrieden. Mir hat z. B. ein Ex Freund von vor Ewigkeiten kürzlich geschrieben, dass er unbedingt das Gefühl hatte, sich bei mir für damals entschuldigen zu müssen. Es ist nett, aber… Das was er denkt, was ich ihm unbedingt verzeihen muss, muss er sich selbst verzeihen. Nehmen wir mal an ich verzeihe ihm und schreibe ihm das (was in dem Fall so war, denn ich wusste nicht mal so richtig was gemeint war). Oder aber, ich gifte rum, mache Vorwürfe und verzeihe ihm nicht und wünsche ihm einen schönen Aufenthalt in der „Hölle“. Wie ICH in diesem Fall reagiere ist völlig bedeutungslos für ihn – denn in dem Moment, in dem er sich selbst vergeben hat, ist es absolut irrelevant ob ich das tue oder nicht. Denn ich bin verantwortlich für mich. Und er ist verantworlich für sich. Und wenn ich nach Jahrzehnten immer noch Vorwürfe mache etc. dann habe ICH das Problem und nicht er.

Das ist oftmals so. Anstatt erstmal uns selbst zu vergeben und Verantwortung für unsere Taten zu übernehmen, möchten wir quick and easy und am besten ohne Aufwand und von aussen. (Hat die Kirche deswegen diesen Beichtstuhl erfunden, dass der Priester mein „Sündenbekenntnis losspricht“, und mir ein paar Gebete aufdonnert damit alles wieder blitzblank ist?) Natürlich ist es schön, heilt und tut gut sich für die vergangenen Taten zu entschuldigen, wenn man die Möglichkeit hat. Es zeigt, dass sich die Person mit sich auseinandersetzt, es ihm was bedeutet und wichtig ist es „loszuwerden“. Wenn dir die Person verzeiht, schön! Wenn nicht, schön! Die Sache ist lediglich, dass wir unseren inneren Frieden nicht davon abhängig machen sollten.

In dem Film, hinter der Tür ging es darum, dass die Person über das bestimmte Ereignis, was die Ursache seiner Hoffnungslosigkeit und Leiden war, geredet hat. Dann haben die beiden Zuhörer erzählt, was so vieles tolles daraus entstanden ist, weil genau die eine Sache genauso passiert ist… Dass eben alles einen Sinn hat, aus Chaos wunderschönes entsteht, Karma, Ursache und Wirkung etc. Bis die Menschen das begriffen haben, sich verziehen haben und das Thema somit endlich loslassen konnten. Dann wurden sie gefragt, ob sie das Ereignis rückgängig machen möchten, was keiner wollte, da sie auf den Trichter kamen, dass dann alles weitere nicht so gekommen wäre wie es ist.

Die Quintessenz ist lediglich… die Sachen sind wie sie sind. Was passiert ist kannst du nicht mehr verändern, also vergib dir und akzeptiere es. In dem Moment hast du dann sowieso losgelassen…

Möge die Macht mit euch sein ❤

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