Blogparade: Mein Tag im Paradies

Die liebe Karina von https://pureslebensite.wordpress.com/ fragt: Wie würde ein Tag in meinem Leben aussehen, wenn ich ihn – ohne jegliche Einschränkung – so gestalten könnte, wie ich möchte und wie es mir entspricht.

Eine schöne Frage die mich gleich dazu veranlasst in die Tasten zu tippen 🙂 Bereits in der Blogparade von Matthias Wilke hatte ich ohne es zu ahnen dieses Thema aufgegriffen, darin habe ich meinen Traum von einem Tag beschrieben. Na mal sehen wo das jetzt hinführt…

Mein Tag im Paradies ist… jetzt. Heute. Hier, wo ich bin. Das was ich habe.

Um 06:00 Uhr klingelt mein Wecker und wie jeden Tag schlummere ich noch 5 Minuten und bedanke mich für den Tag, gehe kurz in mich, strecke mich und ab geht’s unter die Dusche, frühstücken und raus in die Welt.

Zwischen 07:30 und 08:00 Uhr komme ich, nach einer sicherlich schönen / schrägen / lustigen / netten / unspektakulären Bahnfahrt bei der Arbeit an. Ich schliesse meine Bürotür auf und freue mich! Alles ist schön, wie zu Hause und mich erwarten Tausendundeine Sachen. Ich mache mir ’ne Kanne Tee und mache mich an die Arbeit und gebe mein bestes Freude zu bereiten und meinem Chef und den Kollegen das Leben leichter zu machen. Ich treffe mich mit meiner Lieblingskollegin zum Kaffee, hänge etwas im Labor ab und wir quatschen und lachen viel. Es ist ein fortwährender Austausch, ein Geben und Nehmen, dazulernen, sich verbessern, andere Eindrücke und Perspektiven erhalten… Wenn du willst natürlich – denn du kannst genauso gut dahin gehen, ne Flappe ziehen und stets Montags abkotzen und auf Freitags warten – deine Entscheidung (und dafür entscheiden sich nicht wenige – was wirklich sehr anstrengend ist)! Nach dem leckeren, selbst gekochten Mittagessen (sorry, Mensa!)  geht’s weiter bis Feierabend. Ich packe meine Sachen und mache mich auf die Heimfahrt mit einer sicherlich schrägen Bahnfahrt zurück!

Unterwegs lese ich eine Arbeit über den Aufbau des ersten Links-alternativen Radiosenders in Berlin Anfang der 80er Jahre. Das wird bald vorerst als eBook veröffentlicht, ich kenne die Autorin und der Verleger ist mein Nachbar. Also bin ich nun Lektorin! Es ist sehr spannend, es erweitert mein Horizont und es bereitet mir eine riesige Freude!

Maethee, ein Theravada Mönch vom Wat Ram Poeng Tempel in Thailand, wo ich meinen ersten Vipassana Retreat gemacht hatte schreibt mir über Facebook, ob ich ihm sein Buch über Karma / generell Dhamma auf Englisch korrigieren bzw. überarbeiten könnte. Mensch, herrlich! Ich freue mich riesig!! Ich kann mit meinen Fähigkeiten etwas zurückgeben und helfen, und das ist einfach nur wunderbar! Also werde ich mich an die Arbeit machen. Ich bin auch wirklich sehr gespannt auf den Text.

Nun ist es 17:30 Uhr und ich komme zu Hause an. Erstmal wird Sport gemacht! Ich liebe Tae Bo und punche und kicke 1 Stunde mit viel guter Energie. Ausgepowert schlürfe ich meinen Reisproteindrink und mache mich ans kochen für den nächsten Tag. Gemüse schnippeln, Smoothie zubereiten, Müsli in Yoghurt vorbereiten und alles ab in den Kühlschrank.

Ich hatte schon im Dezember den Gedanken dass ich dieses Jahr jeden Monat eine Challenge absolvieren möchte. Einfach aus dem Grund heraus aktiv zu sein, neue Impulse zu haben, an mir zu arbeiten und mich selbst zu verbessern. Diesen Monat, im Januar verzichte ich z. B. auf raffiniertes Industriezucker. Es ist nicht einfach, erstmal hatte ich Entzugserscheinungen, es fehlt mir, es gibt sozialen „Druck“ wie Geburtstage etc., und es steckt in zu vielen Sachen drin. Aber Verzicht ist toll! Empfehle ich jedem ab und an mal. Egal, heute haben sich ein paar Kollegen entschlossen sich meinen folgenden Challenges anzuschliessen! Yeah! Ich finde es einfach nur klasse, das spornt an, hilft und auch die Menschen um mich herum können sich mit verbessern! Nächsten Monat, im Februar, steht z. B. Plank-Challange an, Ziel ist es 5 Minuten am Stück durchzuhalten. Es macht mir riesen Freude dass mein Umfeld offen für meine vielen bekloppten Sachen ist und auch mal mitzieht – heute haben wir den Plan erschaffen, was gibt es schöneres 🙂

Nun sitze ich auf meiner gemütlichen Couch, in meiner schönen Wohnung, mit warmen, leckeren Tee und kuschel mich unter die Decke. Da ich keinen Fernseher habe, werde ich nun diesen Artikel fertig schreiben und gleich noch etwas Korrektur lesen. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht und was mich erwartet. Wenn ich müde werde, werde ich nach dem meditieren ins Schlummerland reisen, bis zum nächsten Tag dann um 06:00 Uhr in den Tag zu starten, wenn es so gewünscht ist…

Ich danke dir Karina für deine Frage, die du gestellt hast. Dies zu schreiben hat mir aufs Neue bewusst gemacht, dass wenn ich nicht hier, jetzt, genauso, glücklich, zufrieden, in mich gekehrt, an mir arbeite, in Freude bin… es auch nirgendwo wäre und könnte. Natürlich könnte ich mich jetzt auf eine Insel wünschen, mit 30 grad mehr, Sonnenschein, nicht arbeiten zu müssen etc. Aber dann stelle ich mir die Frage: und dann?

2015 war mein Jahr der Auszeit, des in mich kehrens, des alles hinter mir lassens. In tropischen, paradiesischen Ländern mit wundervollen Menschen, unvergesslichen Abenteuern und Erlebnissen, faszinierenden Kulturen, irgendwie ausserhalb von Raum und Zeit… 10000 mal besser, als ich mir je hätte träumen können. Und dann kam die Frage nach knapp einem Jahr: Und jetzt?

Was ich damit sagen möchte ich dass ich in den Genuss kommen durfte, genau das was ich dachte das ich nur noch machen möchte und ich dann doch endlich glücklich wäre wenn… vollstens ausleben durfte! Ich bin quasi ans Ende der Welt gegangen, nur um zu erkennen, dass es IN MIR ist, und ich es immer im INNEREN habe, egal wie weit und wohin ich gehe.

Dass mein Paradies in MIR drin ist, egal wo ich mich gerade befinde. Egal was ich gerade habe. Alles ist perfekt wie es jetzt ist und ich bin Dankbar und in Freude.

Möge die Macht mit euch sein ❤

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6 Gedanken zu “Blogparade: Mein Tag im Paradies

  1. Dominik

    Schönes blog und schöner artikel. Ich war selbst auch in WRP (leider nicht für die vollen 30 Tage) und kann gut nachvollziehen wie prägend das ist.

    Ich glaube es ist ein gutes Zeichen wenn einem der Alltag besser gefällt als der Urlaub. Leute bei denen das so ist waren immer meine Vorbilder, freut mich dass es bei dir auch so gekommen ist.

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    1. Ich danke dir lieber Dominik!! Ich freue mich immer wieder, wenn ich Menschen treffe, die Vipassana gemacht haben, speziell im WRP – es liegt mir wirklich am Herzen und ich bewundere jeden einzelnen 🙂

      Da hast du allerdings recht… es ist wunderbar friedlich ein Leben leben zu dürfen, von dem ich nicht mehr in ein anderes Land, woanders hin oder ins Wochenende flüchten muss…

      LG, Feraye

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  2. Wow, was für ein schöner Artikel! Herzlichen Dank dafür. Ich finde das so wunderbar zu lesen, dass dein Paradies schon da ist. Das ist inspirierend und macht hoffentlich allen Mut, die noch daran basteln, das Paradies in sich zu entdecken.

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    1. Ich danke dir!!! 😀 Vor allem für die schöne Frage. Es ist toll sich damit auseinanderzusetzen, um sich dessen bewusst zu werden und die nötigen Schritte zu unternehmen hin zum Paradies. Ganz ehrlich, es ist steinig, nicht einfach und ich bin schon lange nicht irgendwo annähernd… aber das was ist jetzt schon beschreibe, gibt mir unglaublichen Frieden, Ruhe, Kraft und Freude und das wünsche ich Dir und den Menschen, die sich das ebenso wünschen von Herzen 🙂

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