Es hört und versteht sowieso jeder nur was er will…

Ist euch schon mal aufgefallen dass wir ständig darauf aus sind, uns anderen Menschen zu erklären?

Wir haben den Drang zu erklären was genau wir meinen, wie wir es meinen, dass die andere Person auch exakt versteht was wir sagen möchten. Irgendwie meinen wir, uns konstant rechtfertigen zu müssen – damit auch jeder weiss und versteht, warum wir so gehandelt haben wie wir es taten oder tun werden, oder warum wir diese Ansicht haben.

Definition Rechtfertigung lt. dieser Seite:
„Gründe dafür nennen, warum das eigene Verhalten richtig war… Die Gründe für eine Handlung, Äusserung o. Ä. nennen… Gründe und Entschuldigungen für sein Verhalten nennen…“

Hallo? Wieso muss ich Entschuldigungen für mein Verhalten, Äusserungen etc. nennen? Ok, ausser wenn ich jemanden beleidigt oder verletzt habe, dann entschuldige ich mich. Aber sonst? Was soll dieses ganze rechtfertigen und nach Bestätigung suchen dass das, was wir gesagt / getan haben auch „richtig“ ist. Wissen wir das denn nicht selbst? Haben wir denn so wenig Vertrauen in uns dass wir Bestätigung von aussen haben müssen, damit wir beruhigt sind?

Wenn ich z. B. sage dass ich 12 Stunden in einem recht unbequemen Bus, voller Menschen, mit krassen Strassen, ohne Klo, in der Hitze von Laos gefahren bin, ich das toll fand und es mir nichts ausgemacht hat, da ich liebe Menschen kennengelernt habe und vieles gesehen und gelernt habe… dann glauben mir die Menschen nicht! Sie gehen eben direkt von sich aus, wie furchtbar, unbequem, schlimm SIE das finden würden und stülpen mir das komplett über und können irgendwie nicht akzeptieren dass das für MICH überhaupt nicht schlimm ist! Sie hören nicht zu um anzunehmen, sie hören um direkt zu urteilen.

So, wenn mich interessieren würde was Menschen über mich denken, würde ich jetzt anfangen zu erklären und Gründe aufzusagen, mich rechtzufertigen WARUM ich das toll und angenehm fand, und sie davon überzeugen, damit ich eine Bestätigung habe und mich mit der Absolution dann wohl fühle und somit „richtig“ gehandelt habe und „normal“ bin. Wer hat nochmal festgelegt was „richtig“, „falsch“, „normal“ ist?

Aber da mich das nicht interessiert, bin ich ziemlich entspannt und lasse das so stehen 🙂 Ich verhalte mich so wie ich jetzt gerade bin, und sage die Sachen wie sie jetzt gerade für mich sind. Es hört und versteht sowieso jeder nur was er will, da jeder seinen Standpunkt, Denk- / Verhaltensmuster etc. hat. Wir gehen nur von unserer Begrenztheit aus anstatt das Herz und den Verstand etwas mehr zu öffnen und ganz andere Meinungen und Verhalten einfach mal anzunehmen ohne direkt zu verurteilen. Auch wenn das für uns in dem Moment völlig unverständlich ist.

Ich behaupte zu sagen dass mich niemand komplett und zu 100% verstehen kann – ausser ich selbst! Wenn wir Geschichten hören, uns austauschen, interpretieren wir direkt unser Kopfkino rein und urteilen „richtig“ / „falsch“ und bekommen das meist nicht mal mit… Ist das nicht absurd?

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