Kontemplation: Gleichmut

Wir hatten bei Kopan eine sehr schöne Meditationsrunde über Gleichmut, das viel zum Denken angeregt hat, was ich hier gerne teilen möchte.

Wir diskriminieren. Wir sind entweder gleichgültig, oder wir mögen oder mögen nicht alle die wir treffen. Wir klassifizieren Menschen in Freunde, Feinde, Fremde. Dies machen wor konstant um das falsche „Ich“ zu schützen und zu nähren.

Wir sehen alles aus der Perspektive dieses „Ich“ . Das „Ich“ mag eine Person, weil er/sie uns glücklich macht. Mag eine Person nicht, weil er/sie uns unglücklich macht.

Mache dir die Gleichheit von dir und anderen bewusst! (Suche nach Glück / Vermeidung von Leiden)

Stelle dir 3 Menschen vor dir vor: Freund, Feind, Fremder.

Warum magst du deinen Freund?
Aufgrund dessen, was er/sie für DICH tut?

Warum magst du deinen Feind nicht?
Hat er/sie sich in einer Weise verhalten, die DU nicht magst?

Warum fühlst du Gleichgültigkeit?
Weil er/sie DIR weder geholfen noch geschädigt hat?

Überprüfe deinen Ego und frage dich …

Sind diese Beziehungen dauerhaft?
Wie haben sich deine Beziehungen mit der Zeit verändert?
Wurden Freunde zu Feinden? Und umgekehrt?
Stell dir vor, dein Freund tut dir etwas Schlimmes an … wärst du anders?
Stell dir vor, dein Feind macht etwas nettes für dich … Würde er/sie immer noch dein Feind sein?
Stell dir vor, wie viele Fremde zu Freunden / Feinden wurden …

Jeder Mensch ist gleich. Versuche die gleiche Sorge für alle zu entwickeln, ob sie uns in diesem Moment helfen oder nicht. Unsere gegenwärtige Diskriminierung beruht auf verfälschte, sehr wechselbare Etiketten. Jeder verdient glücklich, friedlich und frei von Leid zu sein…

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4 Gedanken zu “Kontemplation: Gleichmut

  1. Hm, interessante Frage, also Schwächen die ich selbst habe, mir aber bei anderen auffällt … nein, ist mir so noch nicht vorgekommen. Sehr wohl, wenn ich die Eigenschaft bereits bei mir erkannt und bearbeitet habe und ich dann später es bei anderen wiedererkenne.

    Mein Paradebeispiel eines Feindes – einer meiner früheren Chefs mit – hoffentlich bereits diagnostiziert – einer bipolaren Störung (zuerst knallharter Industriekapitän und danach aufdringlich hilfsbereiter Nachbar) kann ich eigentlich nicht auf mich ’spiegeln‘. Weder, dass ich Unmenschliches auf arrogante Art von Kollegen einfordern würde, noch dass ich Hilfe aufdränge, wo sie nicht gewünscht wird.

    Also, ich halte deine Idee für eine sicherlich hilfreiche Methode, aber vl. nicht in jedem Fall anwendbar. Aber ich finde, lieber ein Gedanke zu viel und verworfen als zu wenig und bereut.
    MfG toe

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    1. Das ist spannend… Also nicht der bipolare Chef – ich hatte auch mal einen 🙂 Mir ist das auch oft passiert dass ich bei mir ‚abgearbeitete‘ Eigenschaften bei anderen entdeckt habe und mich selbst von ‚damals‘ gesehen habe. Das war zum Teil echt spooky! Daher kam der Gedanke… Aber du hast sicherlich recht, auch mit deinem Bsp. dass es nicht immer zutrifft…
      LG

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  2. Uns, meiner Frau und mir, ist letztens aufgefallen, dass wir durch die Erkenntnis, dass jeder nur versucht sein Glück zu erreichen, wir viele Feinde verloren haben.
    Da es ja auch für die Metta Bhavana gut ist, seine Feinde zu kennen, reflektiere ich regelmäßig wem und warum ich jemanden in diese Schublade stecken würde.
    Aktuell landen hier Personen, die mir ein unangenehmes ärgerliches Gefühl entstehen lassen. Aber glücklicherweise bleibt mir dieses Gefühl nicht mehr bestehen, da ich unmittelbar erkenne oder mir vorstelle aus welchen relativ gerechtfertigten Grund meine Gefühle verletzt wurden.
    Ist das verständlich erklärt?
    MfG toe

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    1. Absolut! Das ist eine super Übung! Das ist toll dass du das schnell erkennst… Oft ist das echt nicht einfach, nicht seinem Ärger zu verfallen 🙂

      Was hälst du von der Idee dass alles was man in seinen ‚Feinden‘ sieht, man in sich trägt und daran an sich arbeiten sollte? Ich sehe manches, auch von früher wie ich mal war, da hat es viele aha Momente und Entschuldigungen gegeben 🙂 Aber einiges absolut nicht… Vielleicht liegt es daran dass ich mich mehr kennen muss. Wie ist das bei euch?

      LG

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