Es ist wie es ist. Und keine Sau interessierts.

Eine der grössten Lehren die ich erfahren, erleben und letztendlich immer wieder aufs neue (z. T. qualvoll) verinnerlichen durfte ist das Wort das ich während meinen Retreats am meisten gehört habe – und was mittlerweile zu meinem persönlichen Mantra gehört: ACCEPT! Natürlich geht es nicht um das Wort an sich. Es geht um die Stärke, die Macht dieser Lehre / dieser Einstellung, wenn es nicht nur mit dem Verstand sondern mit dem Herzen verinnerlicht und auch gelebt wird.

Wie oft machen wir uns das Leben schwer und furchtbar anstrengend durch Resistenz – zu einer Situation was schon IST. Wenn wir uns das mal bewusst machen, klingt unser Verhalten, nämlich unsere Resistenz zu etwas das schon IST ziemlich dämlich. Und sie ist es auch. Unglaublich dämlich. Aber es scheint Volkssport Nr. 1 zu sein, denn wir machen das permanent. Ausnahmslos. Unbewusst.

Zug / Bus / Bahn/ Flug hat Verspätung.
Was machen wir? Wir gehen direkt in Resistenz zu was IST, und denken dass wir den Zug mit unserer Meckerei und Verfluchung der Bahn aus dem Nichts erscheinen und pünktlich abfahren lassen können! Oder dass, wenn wir genug verärgerte Whatsapp und Facebook Nachrichten an unsere Freunde schreiben in denen wir uns darüber beschweren (damit zurück kommt: oooh du armer! Das dir aber auch sowas passiert! Was für ein schreckliches Schicksal, halte durch!…), die Bahn uns freudig mitteilt, dass sie uns kurz veräppelt hat.

Wieso können wir das nicht einfach akzeptieren ohne diesem negativ Kopfkino zu verfallen? Es ist wie es ist. Der Zug hat Verspätung. Blöd. Ist aber so. Wir können es nicht ändern. Ausser wir laufen oder nehmen uns ein Taxi oder Bus. Aber das tun wir natürlich nicht, denn wir wollen meist nichts an der Situation ändern, sondern nur meckern wie doof alle und die Welt sind.

Zug / Bus / Bahn/ Flug Verspätung können wir hier durch alles mögliche ersetzen. Du wirst gekündigt, deinen Lieblingstee gibt es gerade nicht, die Wunschwohnung ist einem nicht vergönnt, die Schuhe die du willst gibt es nicht mehr in deiner Grösse, der Typ ist einfach nicht reif für eine Beziehung, Soja-Latte ist aus, du hast dich verlaufen, du kommst zu spät, deine Kollegin ist doof…

…und wir resistieren, heulen rum, beschweren uns, kreieren negative Energie, leiden vor uns hin, fallen in die Opferrolle. Wir armen, das Leben meint es echt nicht gut mit uns. Und wir hoffen innerlich immer noch dass wenn wir genug resistieren, dass wir am Ende genau das Resultat haben was wir wollen! Ätsch! Ist aber nicht! Das einzige was wir dadurch erreichen ist miese Stimmung in uns und ein griesgrämiges Dasein für den Zeitraum, in dem wir uns unserer Meckerei hingeben, Energieverschwendung…

Wenn wir etwas nicht ändern können, könnten wir es einfach so hinnehmen, unsere Musik weiterhören, unser Buch weiterlesen, entspannt unser Ding machen. Das klingt eigentlich ziemlich logisch. Wenn du es nicht ändern kannst, akzeptiere es und mecker nicht fortlaufend rum! Denn ständiges rummeckern darüber ist immer noch Resistenz.

Wenn wir diese Einstellung Stück für Stück in den Alltag integrieren können, dann können wir erfahren was innerer Frieden, Leichtigkeit ist. Es ist ein tolles Gefühl. Es ist einfach nur schön auch dafür dankbar zu sein. Denn es hat schon alles seinen Grund warum es ist wie es ist. Es hat einen Grund warum man den Job, die Wohnung, den Tee, die Schuhe, den Typ, die Soja-Latte nicht bekommt, sich verläuft, zu spät kommt, und man die Kollegin hat, die man hat… Alles ist perfekt wie es ist.

Das einzige was zählt ist Vertrauen und Akzeptanz, dass alles gut ist, wie es ist.

Advertisements

6 Gedanken zu “Es ist wie es ist. Und keine Sau interessierts.

  1. Pingback: Oh Hund, du Schweinehund! – Inside-trip

  2. Pingback: Oh Hund du Schweinehund! – Inside-trip

  3. Ich finde das Akzeptieren selbst oft schwierig. Ich glaube, der Schlüssel liegt tatsächlich darin, fest daran zu glauben, dass es schon seinen Sinn hat, warum dies jetzt so ist. Andererseits sollte man aber nicht zu sehr nach dem Sinn und dem Grund suchen, sonst verzweifelt man vielleicht.
    Dein Artikel gefällt mir sehr gut, denn genau über dies Thema denke ich selbst auch oft nach.

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank! Es ist in der Tat nicht einfach aber mit der Übung wird man sich immer bewusster und kann sich einfacher zurückholen aus dem negativ Kopfkino 🙂 Genau… Vertrauen ist sehr wichtig, denn den Grund wissen wir meistens eh nicht… Mir reicht als „Grund“ dass es mir hilft zum wachsen und an meiner Akzeptanz zu üben 🙂 LG

      Gefällt mir

  4. Was meinst du das der Grund ist? Oder wie meinst du das? Ich denke, der Grund ist nicht, dass man diese Erfahrung schicksalshaft zu bestehen hat, also dass sie uns jemand – anderes als wir ’selbst‘ – auferlegt hat. Aber ich finde, der Grund könnte sein, dass sich durch alles was halt so Ursache/Wirkungs-mäßig passiert ist, mich geprägt hat und ich deshalb DIESEN Rahmen für Entscheidungen habe. Oder ich könnte mir Vorstelle der Grund sei, hier ist das Spielfeld des Lebens, darin finde die richtige Perspektive, solange du kannst.
    Wie siehst du das?
    MfG toe

    Gefällt 1 Person

    1. Genau, das kann sehr gut all das sein was du sagst! Wir sind Gewohnheitstiere, wie du sagst, wir sind geprägt. Es könnte auch sein, dass wir nie vorgelebt bekommen haben einfach mit etwas zu SEIN – etwas zu akzeptieren, und dass das auch völlig ok so ist. Das fängt schon früh an mit z. B. bessere Noten haben zu müssen als man schon hat… immer besser, schneller, weiter sein als man schon ist oder als andere… sich nicht auf etwas ausruhen…

      Wir scheinen darauf programmiert zu sein dass das was wir gerade SIND, das was gerade IST – JETZT – nie gut genug ist und optimiert werden muss. Und wenn uns etwas davon abhält, wenn etwas „schief läuft“, wir gerade nicht bekommen was wir denken haben zu müssen, es nicht so läuft wie wir es wollen, veranstalten wir ein innerliches Drama weil wir kein „leiden“, nichts unangenehmes wollen – sei es auch nur eine Zugverspätung als Bsp. Wir wollen ja nur „angenehmes“ und resistieren der Wahrheit wenn es nicht „unserer gewünschten Wahrheit“ entspricht, was keinen Sinn macht 🙂 Vielleicht hat es auch etwas mit Kontrollverlust zu tun… Mit mangelndem Vertrauen… Oder einfach nur meckern wollen 😉

      Vielleicht aber auch alles und nichts von dem was wir gesagt haben? 🙂 Dankbarkeit ist nicht einfach für Sachen die man nicht bekommt, aber sie bringt Freude 🙂

      LG und danke für deine Gedanken!

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s