Vipassana Retreat – oder einmal durch die Hölle, in den Himmel und wieder zurück

Ich wäre gerne in Nepal geblieben oder von dort aus weitergereist. Aber nein, ich sicherheitsdenkender Idiot habe mir ja vorab schon ein Rückflugticket gekauft. Mensch bin ich doof. Aber gut, ich wusste es nicht besser! Es soll wohl so sein, also geht’s zurück nach good old Germany. Bereits bei der Landung habe ich es bereut aber ich konnte es nicht ändern. Ich war so geladen mit Energie und Frische, um alles umzustellen, in Frage zu stellen, die Welt zu verändern. Ja, meine Welt! Es war jetzt nicht der Zeitpunkt mich irgendwo reinzupressen, mich anzupassen, ins „normale Leben“ zurück zu gehen. Unmöglich!

Also sitze innerhalb von 2 Wochen wieder in einem Flieger, diesmal Richtung Thailand – aber lediglich mit einem one-way ticket! Ich lerne ja dazu 🙂 Thailand hatte mich nie so angesprochen. Und nachdem ich da ein paar Wochen unterwegs war, wusste ich auch warum. Es ist nett, aber es ist absolut nicht mein Land. Der einzige Grund warum ich dahin gehen wollte war dieser spannende Vipassana Tempel, Wat Rampoeng Tapotaram, von dem mir Sara in Nepal erzählt hatte. Das hat etwas tief in mir angesprochen also bin ich hier.

Da ich nach dieser 36 tägigen krassen Erfahrung gefühle Quantensprünge in meiner Bewusstseinsebene und Achtsamkeit gemacht habe, und so viele Einsichten hatte die ich hätte nicht erlesen können, habe ich letztes Jahr ein kurzes ebook darüber geschrieben. Das würde hier den Rahmen sprengen.

Grundsätzlich gilt, wer das machen möchte weil es gerade ein hype ist, es „in“ ist, das in einer Esoterikgruppe besprochen wurde… Tut es euch nicht an… Dann verschwendet ihr nur eure kostbare Zeit. In den Tempeln und Meditationszentren arbeiten Mönche und nicht Mönche tagein, tagaus sehr hart, um anderen Menschen zu helfen und zu dienen. Wir sollten das nicht als Gratisurlaub, ich-will-auch-mitreden, auf-der-checkliste-abhaken, selfies-mit-Mönchen-machen-zu-wollen, etwas-autentisches-erleben-zu-müssen, etwas-nicht-touri-mässiges-machen etc. ansehen. Falls ihr euch gerade wundert, wer um Himmels willen auf solche Ideen kommen könnte… Tja, hab ich alles gehört, gesehen und erlebt, leider.

Es ist kein fröhliches rumsitzen und dämlich vor sich hingrinsen. Es ist harte arbeit alle Sinne zu schliessen. Mit dir selbst im Stillen. 3-4 Stunden Schlaf. Nach 12 Uhr kein solides Essen. 14-16 Stunden meditieren. Kein Augenkontakt. Keine Musik. Kein Lesen. Kein Schreiben. Kein Reden. Nichts. Nur du. Mit dir selbst. Alleine. Reine Achtsamkeit, konstant während du wach bist. Die einzigen paar Minuten die du täglich reden kannst ist mit deinem Meister – der Mönch der dir bei Schwierigkeiten weiterhilft, der aber nichts erklärt, vorquatscht oder mir dir rumphilosophiert. Trotz diesen und mehr Herausforderungen, trotz den 24/7 Schmerzen… ich habe mich komplett darauf eingelassen. Habe damit auch konstant meinem inneren Schweinehund eins auf die Fresse gehauen. Nun habe ich, wie sie so schön sagen, das innerliche Waschprogramm ein paar mal durch. Aber auch das ist erst der Anfang…

Als ich mit einem lachendem und einem weinendem Auge aus dem Tempel raus bin, war die Welt um mich herum… verrückt!!! WAS IST PASSIERT? Die Menschen laufen wie verrückt durch die Gegend, kleben an ihren Smartphones, sehen nicht wohin sie laufen, wissen nicht was sie tun, sie jagen etwas unsichtbarem nach… Absolute Unbewusstheit und Unachtsamkeit! Das war wirklich erschreckend und sehr anstrengend… Das war mir jetzt zuviel des Guten.

Ich mache mir hier ein paar nette Tage in Chiang Mai mit meinen vielen joyful moments und Mango shakes, und dann geh ich mal weiter nach Laos, mit dem slow boat! Ja! Slow boat hört sich toll an! Ausserdem hat mich Laos schon sehr lange gerufen, jetzt ist wohl die Zeit gekommen… Freude!

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Ein Gedanke zu “Vipassana Retreat – oder einmal durch die Hölle, in den Himmel und wieder zurück

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