Zombie-Epidemie oder die Lebensunlust

Wat is hier los? Es scheint dass eine nicht enden wollende Zombie-Epidemie um mich herum ausgebrochen ist. Ich dachte dass es eine wetterbedingte Winterdepri Phase ist, aber auch bei herrlichem Wetter, Vogelzwitschern, (endlich) Sonnenschein, „Sorgenfreiheit“ (Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Dach über dem Kopf, Job, Geld sind erfüllt – überwiegend auch Gesundheit) wird trotzdem ne Flappe gezogen!

Hallo! Wie sind die Verhaltensregeln? Beissen sie und saugen einem das Blut aus? Ach nee, das waren Vampire. Was muss ich bei Vollmond tun? Nee, das waren ja die Werwölfe. Mist, ich hätte mir die ganzen Zombie – Walking Dead Sachen doch mal anschauen sollen!

Die Sache ist ja, Menschen zombien vor sich hin und saugen einem die Energie aus und ziehen weiter zum nächsten. Wie eben ein Vampir, nur kein Blutsauger, sondern ein Energiefresser. Ich höre tiefes seufzen, sehe Augen rollen, höre wie ungerecht und furchtbar die Welt doch ist. Und dann lassen sie sich in die Stühle plumpsen und hängen da wie ein Schluck Wasser in der Kurve. In Endlosschleife.

Jetzt muss ich aber selbst kurz mit den Augen rollen! 🙂

Wie anstrengend. Aber woher kommt diese Lebensunlust?? Dieses alles-ist-so-furchtbar-unfair-und-anstrengend-und-überhaupt-pffff? Wieso wollen so viele „einfach-nur-noch-auf-die-Couch“, sich „berieseln“ lassen? Wie kann es soweit kommen, dass ein Mensch sich unglaublich oft in diesem Zustand befindet? Und wie kann er da wieder raus?

Natürlich habe ich auch mal solche Tage, diese feiere ich, reize sie aus und geniesse sie. Aber dann ist es gut. Denn solche Tage finde ich für mich selbst super anstrengend. Irgendwie fühlt sich der Zustand auch unnatürlich an. Dieses über alles abkotzen, alles irgendwie schlecht sehen – bäääh – es lebe Murphy`s Gesetz!

Ich höre sehr oft dass ich viel zu viel Energie habe. Hmm… ich bin eben aktiv, rede schnell, lache viel und probiere und teste gerne Sachen aus, seien es Rezepte, Sport, Nähen was auch immer mich findet… Ständig viel zu gut drauf bin. Ich liebe meinen Alltag, wieso sollte ich rummeckern und schlecht drauf sein? Die „Gabe“ habe in fast allem das positive zu sehen. Das ist keine „Gabe“, es ist mentale Arbeit, eine „Umprogrammierung“ bis es irgendwann natürlich wird auf diese Art zu reagieren. Mich dauernd über irgendetwas freue. Wieso denn auch nicht – was gibt es schöneres als Freude – und jeder Mensch hat täglich irgendetwas worüber er sich freuden darf!

Wenn unser Blickwinkel verschoben ist, dann sollten wir uns an die Arbeit machen, diesen zu refokussieren – bis wir die Freude und die Lebenslust entdecken und ausleben können, und das alles immer wieder im Alltag und nicht irgendwann mal vielleicht, wenn ich mal in die Karibik… blaaaa NEIN. Hier und Jetzt.

Jetzt meine Frage: wieso bin ich eigentlich die Verrückte?

Möge die Macht mit euch sein ❤

Einer der ewigen Diskussionen… Veganisch-Gestörte vs. Fleischfresser-Normalos

Es ist schon traurig genug, dass ich auch noch einen Artikel darüber verfassen möchte, aber irgendwie scheint die Welt wieder einmal verrückt!

Vor 3 Jahren, als ich auf Reisen ging, war Fleisch nicht so verbreitet dort wo ich unterwegs war. Und falls doch, war ich mir der Qualität nicht so sicher und es war überteuert für mein Backpacker-Budget. Also habe ich es einfach gelassen und mir gesagt, dass ich es erst wieder essen werde wenn mir danach ist und ich wirklich Lust darauf habe. Tja, das ist jetzt 3 Jahre her und es ist dabei geblieben. Jetzt ist weder die Lust noch die „Notwendigkeit“ in meinem Kopf Fleisch zu essen.

Letztes Jahr haben mich diverse Dokus gefunden – um nur ein paar wenige hier zu nennen: Food Inc., Forks over knives, Earthlings, Food as medicine (spektakuläre wissenschaftliche Fakten) etc. pp. Schlachthof Dokus. Diese Bilder. Diese Blicke. Diese Schreie. Diese Abfertigung. Die wissenschaftlichen und medizinischen Fakten. Vor allem aber mein Körper, mein Geist und meine Seele. Es hat sich für mich irgendwie erübrigt. Ganz natürlich. Ohne etwas zu vermissen oder ersetzen zu müssen. Genauso geht es mir mit den restlichen tierischen Produkten. Mit der Zeit hat es für mich keinen Sinn mehr gemacht. Und zu diesem „ich vermisse es nicht“ kam die Überzeugung dazu, dass ich das weder in irgendeiner Weise unterstützen noch ein Teil davon sein möchte.

Jetzt aber die ewige Diskussion, zu der ich irgendwie ständig „gezwungen“ werde. Wieso? Das ist unnatürlich! In der Steinzeit haben wir auch Fleisch gegessen! Das steckt in unseren Genen! Das ist doch nicht gesund! Du hast einen B12 Mangel! Woher bekommst du dein Calcium? Und Proteiiiiiine? Also nee, auf alles verzichten – das Leben ist zum Geniessen da! Die Tiere werden dafür gezüchtet…

Jeder, der Fleischlos durch das Leben geht, jeder, der nicht auf das tägliche Stück Fleisch auf dem Teller verzichten möchte, und alle zwischendrin kennen sicherlich diese „Argumente“. Eine brillante Leistung der Fleisch-, Milch- & Eierindustrie.

Ich werde bewusst nicht auf die gesundheitlichen (mein aktuelles großes Blutbild ist übrigens lt. meiner Ärztin „spektakulär“), Umwelt-technischen, Ethischen … Vor-/Nachteile / Überzeugungen eingehen. Jeder muss selbst in sich gehen (oder auch nicht), das für sich selbst entscheiden (oder auch nicht) und Verantwortung dafür übernehmen (oder auch nicht). Ich werde niemanden weder (ver)urteilen noch belehren, was er wie und wann isst (oder auch nicht). Es ist mir schlichtweg egal, denn jeder muss selbst wissen was er tut (oder auch nicht). Ich kann und muss niemanden von irgendetwas überzeugen (das gilt auch für alle anderen Gewohnheiten und/oder Überzeugungen). Das einzige ist vielleicht die eine oder andere Doku empfehlen, wenn jemand etwas darüber wissen möchte, sich austauschen, mehr aber auch nicht. Wenn jemand denkt, dass er ohne täglich Fleisch energielos vor sich hinstirbt, tja, dann ist das eben so!

Akzeptanz ist das Zauberwort!

Wo wir beim Thema sind. Vegetarier, vor allem Veganer werden stets als nervige, bösartige, spielverderberische, besserwisserische Militanten dargestellt. Versteht mich nicht falsch, davon gibt es sicherlich einige. Aber hallo, die überlegenen Fleischesser! Na, was ist mit euch? Was ist mit den Vorwürfen, den plötzlichen Vitaminkenntnissen,  Proteinbesorgnis, diesem schlagartigen Gesundheitsbewusstsein und die blanke Panik „was soll ich dann sonst bloss essen“?

Irgendwie muss ich mich ständig erklären, mich rechtfertigen… Das Thema kommt andauernd auf irgendeiner Art und Weise auf, dann kommen immer wieder die gleichen Top 3 Argumente. Ich antworte, ignoriere, höre weg, diskutiere, gehe darauf ein, mache ein Witz daraus, bitte um Akzeptanz und Toleranz da ich auch niemanden am Tisch verurteile oder blöd anmache, der gerade ein Stück totes Tier isst (die Sachen wie sie sind). Es nervt voll ab. Aber irgendwie ist mir am Ende doch nur noch zum Lachen zumute!

Wie kannst du Toleranz & Akzeptanz für deine Lebensweise / Einstellung / Handlungen bedingungslos und absolut selbstverständlich erwarten, während du gleichzeitig dein Gegenüber mit blanker Intoleranz überschüttest, verurteilst und schlecht machst?

Da sind wir wieder bei meinem letzen Beitrag, den ich geschrieben habe – beim sozialen Irrenhaus und Bewusstsein im Alltag… Auch das werde ich hoffentlich lernen mit Dankbarkeit anzunehmen!

*Veganisch* habe ich heute gesagt bekommen. Veganisch kochen um exakt zu sein. Ich habe es nicht erfunden!

Möge die Macht mit euch sein ❤

Soziales Irrenhaus oder Bewusstsein im Alltag

Es gibt unglaublich viele Artikel, (Super-Eso)Bücher, Workshops… so viel blaaaa… was ja auch toll ist. Ich trage ja auch absolut ungefragt meinen Teil zu dem ganzen blaaaa bei.

Was sich immer wieder herauskristallisiert sind vor allem die Kernaussagen: Geniesse den Moment! Lass endlich los! Lebe achtsam! Affirmiere dir dein (Ego)Leben schön! etc.pp. Wenn du dich damit beschäftigst, brauche ich dir nicht alles noch einmal vorzukauen.

Und ich frage mich… Wer erzählt mir das? Und LEBT das diese Person auch? Oder hängt der/diejenige mit den Gedanken im nächsten Monat wie er/sie die Miete zahlen soll oder an einer unsäglichen Partnerschaft und affirmiert sich mit schicken Weisheiten seine/ihre Spiritualität schön, so dass er/sie selbst das dadurch (er)lebt? Und was bringt uns das?

Ich habe einige Menschen getroffen, die viele Bücher darüber gelesen haben, offen für solche Themen sind, auf Workshops waren, sich wirklich (kopfmässig) damit auseinandersetzen, es so sehr versuchen und sich in irgendwelchen absolut fixen und limitierten Ideen und Lehren verlieren… Die sagen, ich bin ein „Freigeist“, ich bin bewusst, ich habe alles losgelassen, ich wurde (!) geheilt, ich bin achtsam, ich lebe in Akzeptanz, in Freude… Jetzt lass sie mal perfekte Situationen vom Leben erleben und mal sehen was passiert – im wirklichen Leben, im hier und jetzt und nicht in Blabla-Land!

Du verlierst den Job, deine Partnerschaft geht auseinander, deine Freundschaften brechen weg, du verlierst deine Wohnung, mit der Familie ist es nicht so, geliebte Menschen versterben, dein Umfeld versteht dich nicht und du sie auch nicht, nichts macht mehr Sinn. Alles was du kennst, was du gewohnt bist, ist weg!

WAS TUST DU? Wie reagierst du? Hast du wirklich losgelassen? Lebst du tatsächlich bewusst? Bist du ernsthaft geheilt? Lebst du wahrhaftig in Akzeptanz?

Oder drehst du gerade etwas durch, bist absolut überfordert und ratlos und willst nur noch losheulen und wegrennen und vom „bösen Traum“ aufwachen?

Es ist leicht zu reden, zu schreiben, alte Weisheiten zu wiederholen, nachzuquatschen… Traust du dich das auch umzusetzen? Es zu leben? Und zwar städig aufs Neue. Immer wieder. Nein, nicht irgenwo im Universum-Supermarkt, kurz im Urlaub, oder in deiner Vorstellung sondern im Alltag. Da wo du gerade bist, mit dem was du hast. Wenn du umgeben bist von Nörglern, griesgrämigen Menschen, Leute auf endloser Negativschleife, Neider, Egobratzen, absoluter Lebensunlust, Zeitverschwender, Energiefresser, Ignoranten, Klugscheissern, Faulen, Disziplinlosen, rein Genussgeilen…ich wünsche mir keinen weg – es ist eben sehr anstrengend auf Dauer und diese Geduld und das Verständnis zu entwickeln – puuuuh… (und natürlich auch von unglaublich vielen wundervollen Wesen, mit grösseren Herzen als das Universum). Wenn dein Job kein Spass macht, das Wetter nervt, die Bahn ständig ausfällt, deine Heizung im Winter nicht funktioniert, die Kollegen auf den Keks gehen, dein Schuh im Regen kaputt geht, du ne Stunde im Stau hängst, sie dein Strom über das Wochenende abstellen, die furchtbaren Zahnarzttermine nicht aufhören wollen, wenn du gefühlte tagelang in Warteschleifen wartest und wartest und wartest…

Schaffst du es genau hier und jetzt in diesem Irrenhaus was dich umgibt (ich wundere mich von Tag zu Tag mehr) die Ruhe zu bewahren? Zu vertrauen? Deinen inneren Frieden beizubehalten? Nicht abzudrehen? Die Kontrolle -welche wir eh nie haben oder je haben werden- endlich auch bewusst abzugeben? Nicht in die Negativschleife zu verfallen? Unbewusst zu werden? In alte Gewohnheiten zu verfallen? Schaffst du es all das und vieles mehr, was wir im Alltag erhalten, mit DANKBARKEIT anzunehmen und zu akzeptieren? Bewusst zu sein und zu bleiben? „Trotz allem“ (was dir gerade nicht in den Kram passt, weil DU es ja eh viel besser weisst wie es sein sollte…)

Es scheint mühelos zu sein, solche Situationen auf Reisen, oder eben in deinem nicht-Alltag hinzunehmen und damit umzugehen. Denn dann nehmen wir sie auf einmal als spannend wahr, und freuen uns über eine coole Geschichte, die wir erzählen können! Natürlich ist es ein krasses Abenteuer und viel toller und lustiger, wenn du in Nepal 200 km in 7 Stunden tuckerst, mit den besten Einheimischen, mit Hühnern unter deinem Sitz, leckerem Essen, ständigen lustigen Pinkelpausen, herzallerliebsten Menschen in einem atemberaubenden Land, wie wenn du 200 km in 7 Stunden von Berlin nach Celle fahren würdest. Wie durch ein Wunder ist es dann nur noch zum kotzen! 🙂

Die Veränderungen die ein Mensch durchmacht, an sich arbeitet, langsam bewusst wird, und sich auf den Weg einlässt… siehst du im Alltag. Wie du Situationen / Geschenke – mögen sie dir in dem Moment gefallen oder nicht- annimmst, mit ihnen umgehst. Genau dann, wenn du ohne Regenschirm im Regen losrennst und dir der Bus vor der Nase wegfährt und du noch mindestens 20 Minuten ohne Überdachung im Kalten, triefend durchnässt rumstehen musst um auf den nächsten zu warten – der hoffentlich auch kommt und nicht ausfällt…

Lass mal alles beiseite und frage dich immer wieder: Wofür entscheidest du dich? Taten oder quatschen? Liebe oder Angst? Vertrauen oder Pseudo-Kontrolle? Für das was IST oder für die Illusion? Für Dankbarkeit oder Trotz?

Der Miss-Wahlspruch „ich wünsche mir wirklich den Weltfrieden“ in allen Ehren, aber wir sollten erstmal unsere innere Welt in Frieden bringen damit die äussere Welt auch Frieden erleben kann.

Möge die Macht mit euch sein ❤

Tell me…

Four great questions asked by Jacqueline Koch on her Blog. Thanks a lot Benjamin for your deep answers and passing the torch from Jedi to Jedi 🙂 I am really happy to answer!

1. What is special about your life?

That I started to love it. To embrace it. That my everyday life makes me happy; lets me be in gratitude; gives me so many lessons in many hard, lovely, funny, sad whatever ways; it empowers me to challenge myself; it gives me power to keep going on this path; it fills me with deep joy; it fills me with peace without need to runaway from life; it gives me the wish and the urge to share and spread all this! Extraordinary inner change within an ordinary outer life. And I am just making baby steps at the beginning!!!

2. To whom would you say I love you to?

To myself. Unconditionally. With learning this hard lesson -to love yourself and to really feel it – by doing this, I am saying ‚I love you‘ to the whole world, the universe and beyond.

3. What would you like to be remembered for?

For what I am right now and for what I might become. For spreading hope, joy, strength, change, happiness, trust to anyone in need.

4. What is your plan on this earth, in this one precious life?

Keep on walking the path. Keep on serving. Keep on working on myself. Keep on challenging me. Keep on learning. Keep on inspiring. Keep on experiencing. Keep on growing.  Keep on embracing what I need to face and living a life in humility. Keep on trusting. Keep on being the change I want to see in the world… Just keep on… Just BE.

May the force be with you ❤

Karina, Elly, Sabrina, Tristan… basically everyone reading this… if you want to join, you have the torch 🙂

Blogparade: Mein Tag im Paradies

Die liebe Karina von https://pureslebensite.wordpress.com/ fragt: Wie würde ein Tag in meinem Leben aussehen, wenn ich ihn – ohne jegliche Einschränkung – so gestalten könnte, wie ich möchte und wie es mir entspricht.

Eine schöne Frage die mich gleich dazu veranlasst in die Tasten zu tippen 🙂 Bereits in der Blogparade von Matthias Wilke hatte ich ohne es zu ahnen dieses Thema aufgegriffen, darin habe ich meinen Traum von einem Tag beschrieben. Na mal sehen wo das jetzt hinführt…

Mein Tag im Paradies ist… jetzt. Heute. Hier, wo ich bin. Das was ich habe.

Um 06:00 Uhr klingelt mein Wecker und wie jeden Tag schlummere ich noch 5 Minuten und bedanke mich für den Tag, gehe kurz in mich, strecke mich und ab geht’s unter die Dusche, frühstücken und raus in die Welt.

Zwischen 07:30 und 08:00 Uhr komme ich, nach einer sicherlich schönen / schrägen / lustigen / netten / unspektakulären Bahnfahrt bei der Arbeit an. Ich schliesse meine Bürotür auf und freue mich! Alles ist schön, wie zu Hause und mich erwarten Tausendundeine Sachen. Ich mache mir ’ne Kanne Tee und mache mich an die Arbeit und gebe mein bestes Freude zu bereiten und meinem Chef und den Kollegen das Leben leichter zu machen. Ich treffe mich mit meiner Lieblingskollegin zum Kaffee, hänge etwas im Labor ab und wir quatschen und lachen viel. Es ist ein fortwährender Austausch, ein Geben und Nehmen, dazulernen, sich verbessern, andere Eindrücke und Perspektiven erhalten… Wenn du willst natürlich – denn du kannst genauso gut dahin gehen, ne Flappe ziehen und stets Montags abkotzen und auf Freitags warten – deine Entscheidung (und dafür entscheiden sich nicht wenige – was wirklich sehr anstrengend ist)! Nach dem leckeren, selbst gekochten Mittagessen (sorry, Mensa!)  geht’s weiter bis Feierabend. Ich packe meine Sachen und mache mich auf die Heimfahrt mit einer sicherlich schrägen Bahnfahrt zurück!

Unterwegs lese ich eine Arbeit über den Aufbau des ersten Links-alternativen Radiosenders in Berlin Anfang der 80er Jahre. Das wird bald vorerst als eBook veröffentlicht, ich kenne die Autorin und der Verleger ist mein Nachbar. Also bin ich nun Lektorin! Es ist sehr spannend, es erweitert mein Horizont und es bereitet mir eine riesige Freude!

Maethee, ein Theravada Mönch vom Wat Ram Poeng Tempel in Thailand, wo ich meinen ersten Vipassana Retreat gemacht hatte schreibt mir über Facebook, ob ich ihm sein Buch über Karma / generell Dhamma auf Englisch korrigieren bzw. überarbeiten könnte. Mensch, herrlich! Ich freue mich riesig!! Ich kann mit meinen Fähigkeiten etwas zurückgeben und helfen, und das ist einfach nur wunderbar! Also werde ich mich an die Arbeit machen. Ich bin auch wirklich sehr gespannt auf den Text.

Nun ist es 17:30 Uhr und ich komme zu Hause an. Erstmal wird Sport gemacht! Ich liebe Tae Bo und punche und kicke 1 Stunde mit viel guter Energie. Ausgepowert schlürfe ich meinen Reisproteindrink und mache mich ans kochen für den nächsten Tag. Gemüse schnippeln, Smoothie zubereiten, Müsli in Yoghurt vorbereiten und alles ab in den Kühlschrank.

Ich hatte schon im Dezember den Gedanken dass ich dieses Jahr jeden Monat eine Challenge absolvieren möchte. Einfach aus dem Grund heraus aktiv zu sein, neue Impulse zu haben, an mir zu arbeiten und mich selbst zu verbessern. Diesen Monat, im Januar verzichte ich z. B. auf raffiniertes Industriezucker. Es ist nicht einfach, erstmal hatte ich Entzugserscheinungen, es fehlt mir, es gibt sozialen „Druck“ wie Geburtstage etc., und es steckt in zu vielen Sachen drin. Aber Verzicht ist toll! Empfehle ich jedem ab und an mal. Egal, heute haben sich ein paar Kollegen entschlossen sich meinen folgenden Challenges anzuschliessen! Yeah! Ich finde es einfach nur klasse, das spornt an, hilft und auch die Menschen um mich herum können sich mit verbessern! Nächsten Monat, im Februar, steht z. B. Plank-Challange an, Ziel ist es 5 Minuten am Stück durchzuhalten. Es macht mir riesen Freude dass mein Umfeld offen für meine vielen bekloppten Sachen ist und auch mal mitzieht – heute haben wir den Plan erschaffen, was gibt es schöneres 🙂

Nun sitze ich auf meiner gemütlichen Couch, in meiner schönen Wohnung, mit warmen, leckeren Tee und kuschel mich unter die Decke. Da ich keinen Fernseher habe, werde ich nun diesen Artikel fertig schreiben und gleich noch etwas Korrektur lesen. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht und was mich erwartet. Wenn ich müde werde, werde ich nach dem meditieren ins Schlummerland reisen, bis zum nächsten Tag dann um 06:00 Uhr in den Tag zu starten, wenn es so gewünscht ist…

Ich danke dir Karina für deine Frage, die du gestellt hast. Dies zu schreiben hat mir aufs Neue bewusst gemacht, dass wenn ich nicht hier, jetzt, genauso, glücklich, zufrieden, in mich gekehrt, an mir arbeite, in Freude bin… es auch nirgendwo wäre und könnte. Natürlich könnte ich mich jetzt auf eine Insel wünschen, mit 30 grad mehr, Sonnenschein, nicht arbeiten zu müssen etc. Aber dann stelle ich mir die Frage: und dann?

2015 war mein Jahr der Auszeit, des in mich kehrens, des alles hinter mir lassens. In tropischen, paradiesischen Ländern mit wundervollen Menschen, unvergesslichen Abenteuern und Erlebnissen, faszinierenden Kulturen, irgendwie ausserhalb von Raum und Zeit… 10000 mal besser, als ich mir je hätte träumen können. Und dann kam die Frage nach knapp einem Jahr: Und jetzt?

Was ich damit sagen möchte ich dass ich in den Genuss kommen durfte, genau das was ich dachte das ich nur noch machen möchte und ich dann doch endlich glücklich wäre wenn… vollstens ausleben durfte! Ich bin quasi ans Ende der Welt gegangen, nur um zu erkennen, dass es IN MIR ist, und ich es immer im INNEREN habe, egal wie weit und wohin ich gehe.

Dass mein Paradies in MIR drin ist, egal wo ich mich gerade befinde. Egal was ich gerade habe. Alles ist perfekt wie es jetzt ist und ich bin Dankbar und in Freude.

Möge die Macht mit euch sein ❤

Thema verfehlt – oder das Dasein im Konjunktiv.

Hätte ich mehr Geld, wäre ich beruhigter!

Wäre ich beruhigter, würde ich mir weniger Gedanken machen!

Würde ich mir weniger Gedanken machen, wäre ich positiver!

Wäre ich positiver, könnte ich Dinge ändern!

Könnte ich Dinge ändern, wäre ich glücklicher!

Wäre ich glücklicher, wäre alles besser!

Hätte ich mehr Geld = wäre alles besser!

Dies lässt sich milliardenfach ersetzen und umschreiben. Aber ich glaube was ich damit sagen will ist klar. Und was ich ganz klar sagen möchte ist, egal was du in diesen Text einsetzt, egal wie sehr du es umschreibst, egal was da stehen mag… Nein, wäre / könnte / würde / hätte es nicht.

Wenn du selbst mit dir allein, mit nichts und niemandem, egal in welcher Situation, unter welchen Umständen, egal mit wie viel oder wie wenig auch immer nicht klar kommst, glücklich, zufrieden und dankbar bist, wirst du es niemals sein. Nicht mit Millionen oder mit der ganzen Zeit der Welt, nicht mit der geringsten Änderung, die du dir von der Aussenwelt wünschst!

Die Millionen, die Ewigkeit, die Jugend, dieser eine Job, die bestimmten Schuhe, diese eine Person, Heirat, Kind, diese Reise, Karriere, eine besondere Fähigkeit, Ruhm, Rente, Haus am Meer.. sind nur kurzfristige Befriedigungen. Reiner Genuss, Ego-Erfüllung… die nach kurzer Zeit absolut zur Normalität werden. Und dann fängt das „wäre / hätte / sollte…“ Spiel von vorne an und du ersetzt nur die Wünsche und hinderst dich an deinem Glücklich- Zufrieden- SEIN. Eine Endlosspirale.

Erst wenn du das erkennst, machst du deine kleinen Babyschritte nach innen. Und lässt du Welt aussen wie sie gerade ist und sein soll. Hörst auf mit dem Wahnsinn nach mehr und durchbrichst so langsam die Spirale. Den verrückten Zustand.

Erst wenn du erkennst, dass die einzige Änderung, die du vornehmen kannst DU SELBST bist, fängst du an nach innen zu gehen.

Erst wenn du nach innen gehst, erkennst du was für dich im Moment wichtig ist, setzt Prioritäten, triffst Entscheidungen, wirst langsam bewusst, lässt mal das ganze blabla sein, und machst einfach. Du BIST einfach.

Nimm Verantwortung für dein Dasein, übernehme Verantwortung für deine Taten. Triff Entscheidungen. Lass die Welt wie sie gerade ist, und mach das Beste aus deiner momentanen Situation. Verändere was du verändern kannst. Akzeptiere was du nicht verändern kannst. Fühle in dich hinein. Suche die Stille. Arbeite an dir selbst.

Alles IST wie es IST. Es existiert kein Konjunktiv. Alles IST, wie es IST.

Sei dankbar. Hab vertrauen. SEI. Hier und Jetzt.

Möge die Macht mit euch sein ❤

Kult, Sehnsucht nach sich und einer Gemeinschaft und die Frage: Wie konnte ich bloss?

Ich habe mir heute die Holy Hell Doku angeschaut, bei der es um die Buddhafield Gemeinschaft geht, die viele Menschen über 20 Jahre lang vereint hat und sich für die meisten Mitglieder lange Zeit im Nachhinein als Kult herausgestellt hat.

Google sagt zu Kult: „(übertrieben) verehrungsvolle, unkritische Haltung gegenüber einer Person oder Sache.“

Es hat relativ nett und „normal“ angefangen. Es waren Menschen zu sehen, die Freiheit anstrebten, Fragen stellten, nach einem Sinn suchten, ihre Spiritualität entdeckten, mehr wollten als arbeiten-abbezahlen-sterben, singend und tanzend über Liebe sprachen, glücklich aussahen, ausgelassen waren… So stelle ich mir  die 70er vor, die Hippie Kommunen, Peace and Love Bewegung etc. 🙂

Nur wurde es mit der Zeit „erdrückend“ und von aussen und im Nachhinein sehen wir ganz klar die seltsamen, offensichtlichen Zeichen dass da etwas gewaltig nicht stimmt und ich fange an mir währenddessen die Frage ‚wie konnten sie nur…‘ zu stellen und stoppe sofort den (arroganten und klugscheisserischen) Gedanken und denke mir: was macht mich so sicher dass ich nicht auf so etwas oder jemanden reinfallen könnte/würde?? Wie oft hören wir Menschen sagen: wie konnte ich bloss darauf reinfallen? Wie konnte MIR so etwas passieren? Wie konnte ich das nicht sehen?

Es passiert eben. Wenn es passieren soll. Du fällst darauf rein. Wenn es so sein soll. Und dann siehst du vielleicht die mitleidigen Egobratzen Blicke und hörst Sprüche wie: also MIR würde sowas nicht passieren. Doch würde es. Wenn es denn sein soll. Niemand ist vor solch einer Erfahrung geschützt, wenn die Person genau das erfahren soll – auch du nicht. Autsch!

Diesen Satz „wie konnte es soweit kommen“ habe ich auch öfter in der Scientology Doku Going Clear gehört, ebenso in Kumare, bei dem sich eine ganz „normale Person“ als Guru ausgibt und Erfolg damit hat. Beides sehr empfehlenswert übrigens. Aber ich möchte keine Rezensionen schreiben.

Vielleicht waren/sind diese Menschen gerade in einer wackeligen Phase, bei der sie genau das brauchen. Eine Gemeinschaft. Zusammenhalt. Vertrauen. Eine (weise) Person, die sie führt, Strukturen vorgibt, „den Weg kennt“, ihnen hilft, sie akzeptiert, Antworten gibt, für sie da ist, sie versteht, ja… sie liebt…

Eigentlich all das und vieles mehr, bei dem wir selbst uns im Weg stehen es uns selbst zu geben, uns führen zu lassen, Antworten aus dem Inneren heraus zu erfahren, zu vertrauen, zu lieben, uns hinzugeben zu allem was war, was ist und was sein möge …

Genau dann kommt eine Person. Erzählt dir genau das was du gerade hören möchtest. Gibt dir genau das Gefühl was du so vermisst zu fühlen. Es fühlt sich an wie eine Offenbarung. Und du würdest alles geben um das zu beschützen. Nicht weil du dich dieser Person absolut hingibst, sondern für das was diese Person in dir auslöst, für dich tut oder für dich darstellt. Auch wenn Sachen passieren die sich nicht so toll anfühlen. Auch wenn du oft nicht so ganz überzeugt bist und es komisch findest… Du beschützt es weiterhin… Ups, herzlich Willkommen im Kult!

Bei meinem längeren Vipassana Retreat bei den Theravada Mönchen mochte ich den Master sehr gerne. Ein wunderbarer, brillanter, herzlicher, super lustiger Mensch! Obwohl jeder natürlich sehr viel Respekt gegenüber dem Lehrer hat, hat er selbst gesagt, dass er weder über jemanden steht, noch weiser ist, noch wichtiger noch sonst etwas. Ja, er ist Lehrer. Aber er zeigt lediglich die Tür. Ob jemand ewig davor stehen bleibt und keine Tür sieht, ob jemand die Tür sieht und sie nicht sehen will, ob jemand mal kurz in den Türspalt spickt und wieder umkehrt, ob jemand durchgehen will… das liegt an jedem selbst. Das hat absolut nichts mit ihm zu tun, und es ist nicht seine Aufgabe die Menschen da durchzuscheuchen. Daher hat er den Hof gefegt wie alle anderen und hat sich am meisten von allen kaputt gelacht. Vor allem aber, hat er jedem Menschen dem er begegnet ist gedient. Es gab aber stets eine gewisse Distanz im Sinne von dass Lehrer nicht „verehrt“ werden (sollten). Oft hat er gar nichts gesagt ausser Impermanence, Accept, Let go… und er hat nur gelacht und dir irgendwie Kraft gegeben. Erst wenn von innen heraus Einsichten kamen, hat er darüber gesprochen und ist darauf eingegangen… Es hat sich für mich einfach nur wunderbar angefühlt und ich habe jeden Tag unheimlich gelitten und war ebenso in tiefster Freude… was wäre das Leben ohne suffering??

Was ich damit sagen will… Für mich persönlich, nach dem zu urteilen / zu vergleichen was ich bis jetzt erfahren durfte, ist ein Master kein Wunscherfüller, es-dir-gemütlich-und-einfach-macher, keine Antwortenmaschine, quick und easy zur Erleuchtung bringer… Es ist eher ein Wegweiser um deinen eigenen Weg zu finden. Einer, der dir ein paar Tools gibt, dich deine eigenen Erfahrungen machen lässt, dich unterstützt wenn du dies brauchen solltest… Einer, dem es um deine Entwicklung geht und nicht um sein eigenes Ego in irgendeiner seltsamen Art und Weise zu befriedigen. Jeder kann dein Master sein, nur für einen Moment oder für ein Leben lang.

Es ist ein wichtiges Thema und auch damit sollten wir uns mal beschäftigen. Denn auch wenn unser Ego denkt dass wir doch schon sooo weit sind, bereits so viele Stunden meditiert haben und die Erleuchtung praktisch zum greifen nahe ist, wir sicherlich noch ganz am Anfang vom Weg stehen und erstmal Babyschritte unternommen haben…

Was immer ist, verliere nie deinen Instinkt. Verlasse dich stets auf dein Gefühl. Wenn sich etwas nicht so gut anfühlt, dann ist es das auch nicht – verlasse dich darauf. Vertraue.

Möge die Macht mit euch sein ❤